In einem Interview für die schweizer Zeitschrift annabelle hat Frank Heer den Singer/Songwriter Jack Savoretti gefragt:
Wie schreiben Sie ein Liebeslied? Setzen Sie sich hin und los geht’s?
„Ich brauche einen Auslöser. Einen Geruch, eine Szenerie oder eine Stimmung.(..) Dann spiele ich ein wenig auf meiner Gitarre oder setze mich ans Klavier und hoffe, dass etwas entsteht. Oft habe ich eine Szene im Kopf, wie in einem Film. Nehmen wir „Candlelight“. Da sind zwei Menschen in einem Raum. Man weiss nicht, in welcher Beziehung sie zueinander stehen. Er hat Angst, sie zu verlieren, sie hat Angst, sich ihm ganz hinzugeben. Er möchte das Licht nicht löschen, sie will im Dunklen sein. Ich mag szenische Songtexte.“
Wie viel Gefühl erträgt ein Liebeslied, bis es kitschig tönt?
„Ich finde, man kann sehr weit gehen. Wenn dum zweifelst, dann hast du schon verloren. Kitschig wird es dann, wenn du Angst vor deinen eigenen Gefühlen bekommst. Oder wenn sie nicht ernst gemeint sind.“
Wann merken Sie, dass es zu viel der Garnitur ist?
„Meine Frau sagt es mir. Und mein Produzent. … Natürlich, es ist ein Risiko, sich in einem Liebeslied durch den Kitsch zu pflügen, aber wer nichts riskiert, tönt nach Mittelmass.“
aus: „Musik-Herztöne“ Frank Heer