„Selten, aber doch hin und wieder kommt es vor, dass man etwas schreibt und das Gefühl hat: Oh, das wäre mir nie im Leben eingefallen! Dann hat sich der Text selbständig gemacht. Das erlebte ich zum Beispiel bei „Melnitz“. Ich beschrieb, wie zwei Frauen in der Gegend der Zürcher Löwenstrasse aus dem Haus gingen, um zum Kongresshaus zu spazieren. Doch sie gingen erst in die Altstadt hinüber. Ich hatte keine Ahnung, warum sie das machen und folgte ihnen wie ein Detektiv. Ich dachte, es wird schon einen Grund haben, warum sie diesen Weg nehmen. Wenn Dinge, die man selber erfunden hat, sich derart entwickeln – dann lebt eine Geschichte!“
aus: „Eine lewinskysche Sprache gibt es nicht“ Marius Leutenegger, Lesen 1/2019
von Charles Lewinsky ist gerade sein neuer Roman „Der Stotterer“ bei Diogenes erschienen