Niemand glaubte dass der Schulabbrecher und zeitweilig Obdachlose ein bekannter schweizer Schriftsteller werden würde, den man heute als „wichtigsten Interlektuellen seiner Generation“ bezeichnet. Er hat den Büchern-Preis erhalten, mischt sich in die Politik ein und ist bescheiden geblieben:

„Als Künstler ist man immer Hochstapler! Ich bin als Schriftsteller darauf angewiesen, dass Menschen das, was ich sein will, auch akzeptieren. Mein Handwerk ist nicht objektiv messbar. Meine Kunst kommt erst durch Begegnung (mit dem Leser) zum Ausdruck. Ich kann mir meinen Wert nicht selbst geben, das geht nur mit dem Gegenüber.“
„Der Umgang mit Ängsten, Abgründen und Dingen, die man nicht versteht, ist die primäre Aufgabe des Schreibens. Ich kann keinen Roman verfassen über en rwandischen Genozid, ohne diese Angst und dieses Erschrecken zu empfinden. Die Kunst hat die Kraft der Verwandlung. Wir können die Angst in etwas Produktives verwandeln, das mitteilbar ist. Das ist befreiend und inspiriert auch andere.“
aus: Begabung? Ich glaube an Leidenschaft von Sacha Batthyany und Daniel Meier, Neue Zürcher Zeitung 14.2.2019