Kai Spanke erfährt im Gespräch mit dem norwegischen Erfolgsautor warum dessen Protagonist im seinem zwölften Harry-Hole-Roman „Messer“, erschienen im August 2019, besonders leiden muss:
„Ich werde oft gefragt: „Warum musst du Harry immer so foltern?“ Dabei bin ich sicherlich kein Sadist, dem es Spaß bereitet, seinen Helden zu quälen. Vielmehr geben Harrys Wesen und die Ereignisse, mit denen er sich konfrontiert sieht, den Kurs vor. Seit dem dritten Roman („Rotkehlchen“) der Reihe habe ich einen großen Handlungs- und Entwicklungsbogen für Harry im Kopf. An den halte ich mich. Allerdings sei eingestanden, dass ich mich diesmal wirklich sammeln musste. Seit so vielen Jahren lebe ich nun schon mit Harry an meiner Seite, und jetzt erzähle ich eine Geschichte, in der seine Welt ein einziger Scherbenhaufen ist. Das löste ein Gefühl in mir aus, als würde ich das Haus niederbrennen, an dem ich zwanzig Jahre gebaut habe. Sehr schmerzhaft. In mancher Hinsicht stehen meine Storys in der Tradition der giechischen Tragödie.“
aus: „‚Wir empfinden Lust an der Katastrophe“, Kai Spanke – Frankfurter Allgemeine Zeitung 4.11.2019