Anlässlich des Erscheinens ihres neuen Romans „Von Oben“ (Suhrkamp) hat Thomas David die Schriftstellerin gefragt:

War das Schreiben des Romans eine Selbstbegegnung?
„Das sind eigentlich alle Romane, nur für den Betrachter nicht immer auf erkennbare Weise. In allen Romanen ist autobiografisches Material versteckt, aber weil ich meist aus der Perspektive eines Mannes schreibe, muss ich mich nicht preisgeben und kann ungeniert über meine Eindrücke erzählen.“

Ist das Schreiben Selbstberuhigung?
„Zumindest bin ich beim Schreiben die Ruhe selbst. Ich bin beglückt, auch wenn etwas nichts taugt. Mein Vater beging Suizid als ich elf war, und ein Jahr danach fing ich an, einen Roman zu schreiben und kam auf über hundert Seiten. … Es taugte nichts, aber als Hilfsmittel, um über Katastrophen hinwegzukommen, funktioniert das Schreiben für mich immer wunderbar.“
aus: „Ich ging ins Totenreich“ von Thomas David, Neue Zürcher Zeitung 25.8.2019