nie nur eine Aneinanderreihung von Fragen und Antworten, sondern ein kleines Theaterstück. Aus dem kann man auch nicht einfach einen Akt tilgen. Gute Interviews haben Statik, Dramaturgie, Symmetrie. Sie können nur als Gesamtes bewertet werden. Interviewpartner autorisieren manche Antworten nur, weil sie wissen, dass in einer anderen Antwort der Kontext geliefert wird oder dass ein Angriff in der einen Antwort durch eine andere weichere Antwort weniger grob erscheint. Aber wenn diese Antwort nicht mehr da ist? Man sollte Interviewpartner so behandeln, wie man selbst behandelt werden wollte, wäre man an ihrer Stelle. Befolgt man das, spricht es sich herum und man bekommt leichter weitere gute Interviewpartner.“
aus: Timo Fraschs Intervies-Band „Sie stellen mir Fragen, die ich mir nie gestellt habe“, Verlag Frankfurter Allgemeine