Schon der Titel war ungewöhnlich, Stil und Thema waren es auch und scheinbar hat Thomas Meyer bei den Lesern damit genau den Nerv getroffen, denn sein Roman „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“ (Diogenes) erschien als Debüt 2012 und wurde gleich ein Hit. Jetzt erscheint so etwas wie eine Fortsetzung unter dem Titel „Wolkenbruchs waghalsiges Stelldichein mit der Spionin“. Marius Leutenegger findet diesen zweiten Wolkenbruch-Roman sogar noch „etwas schräger“ und fragt wieviel eigenes Erleben auch hier mit eingegangen ist:

„Es geht wohl jedem Romandebütanten so: Man hat ein Leben geführt bis zum ersten Buch, und dann kippt man dieses ganze Leben in den Text hinein. Mittlerweile habe ich viele andere Dinge geschrieben und bin älter geworden. Ich habe mehr Distanz – und darum ist mehr Ironie möglich.“

Die Fans des Debütromans werden sicher „erstaunt“ sein, gibt Marius Leutenegger zu bedenken:
„.. ich schreibe in erster Linie das Buch, das ich gern lesen will. Wenn andere meinen Geschmack teilen, freut mich das sehr. Und wenn derart viele diesen Geschmack teilen, das ich am Ende vom Schreiben leben kann, freut mich das noch mehr. Aber ich kann nicht nach dem Geschmack von anderen schreiben. Ich weiss ja gar nicht, was die Wolkenbruch-Fans erwarten. Das zweite Buch ist in der Tat ganz anders als das erste. Ich finde es aber besser, und ich bin überzeugt, dass die Menschen, die den ersten Wolkenbruch mochten, auch offen sind für ganz andere Geschichten.“
aus dem Interview, das Marius Leutenegger für LESEN 3/2019 mit Thomas Meyer geführt hat