„Ich war ein einziges Mal in meinem Leben auf der Buchmesse. Das muss genügen. Ich habe auch meinen Verlag gebeten, meine Bücher niemals irgendwo einzureichen, damit auf einer dieser Long- oder Shortlists Hoffnung auf einen Literaturpreis aufkommen kann. Ich habe mich immer über Preise gefreut, die man mir zugesprochen hat, wollte aber nie auf einer dieser Listen stehen, um dann in einer der Oscar-Verleihung nachgebastelten Show wie ein Pudel auf den Knochen zu warten. Wer Vergnügen an derlei Veranstaltungen hat, soll daran teilnehmen. Ich würde mir diese Demütigung selbst dann nicht antun, wenn ich mir meine Schreibzeit wieder wie früher als Chauffeur verdienen müsste.“
aus: Manfred Papst „Im Schatten jedes Weltwunders liegt ein Massengrab“ – Neue Zürcher Zeitung 2.4.2017