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Zeit Online-Chefredakteur Jochen Wegeners Antwort auf die Frage woher er seine Inspiration für das tägliche Zeitungsgeschäft nehme:
„Ich pflege jeden Morgen um fünf Uhr die Bonsais.“
Mediendienst Kress

In einem Interview für die schweizer Zeitschrift annabelle hat Frank Heer den Singer/Songwriter Jack Savoretti gefragt:
Wie schreiben Sie ein Liebeslied? Setzen Sie sich hin und los geht’s?
„Ich brauche einen Auslöser. Einen Geruch, eine Szenerie oder eine Stimmung.(..) Dann spiele ich ein wenig auf meiner Gitarre oder setze mich ans Klavier und hoffe, dass etwas entsteht. Oft habe ich eine Szene im Kopf, wie in einem Film. Nehmen wir „Candlelight“. Da sind zwei Menschen in einem Raum. Man weiss nicht, in welcher Beziehung sie zueinander stehen. Er hat Angst, sie zu verlieren, sie hat Angst, sich ihm ganz hinzugeben. Er möchte das Licht nicht löschen, sie will im Dunklen sein. Ich mag szenische Songtexte.“
Wie viel Gefühl erträgt ein Liebeslied, bis es kitschig tönt?
„Ich finde, man kann sehr weit gehen. Wenn dum zweifelst, dann hast du schon verloren. Kitschig wird es dann, wenn du Angst vor deinen eigenen Gefühlen bekommst. Oder wenn sie nicht ernst gemeint sind.“
Wann merken Sie, dass es zu viel der Garnitur ist?
„Meine Frau sagt es mir. Und mein Produzent. … Natürlich, es ist ein Risiko, sich in einem Liebeslied durch den Kitsch zu pflügen, aber wer nichts riskiert, tönt nach Mittelmass.“
aus: „Musik-Herztöne“ Frank Heer

„Singen macht glücklich“, davon ist der Who-Sänger Roger Daltrey überzeugt. In seiner kürzlich auf Deutsch erschienen Autobiografie „My Generation“ (Bertelsmann) sagt er auch warum:
„Der Gesang war wie ein magischer Schlüssel, Freunde zu finden.“
Songwriter Pete Townshend, seit mehr als 50 Jahren Bandmitglied und Leadgitarist der Who, hat als Singer/Songwriter die meisten Rocksongs geschrieben und ist mittlerweile ebenfalls glücklich über die 70 gekommen.
aus: „Gesang als magischer Schlüssel, um Freunde zu finden“ Florian Balke – Frankfurter Allgemeine Zeitung 27.4.2019

erklärt Singer/Songwriter Maurice Ernst der Wiener „Bilderbuch“-Band auf die Frage von Florentin Schumacher:
Kein Aufschreiben von Träumen, kein Notieren erster Songskizzen für den Tag, so lange der Kopf noch frei ist?
„Da stehst halt auf und setzt dich mit deinem Kaffee vor Mikrofon und Laptop und machst es. Es gibt sicher Leute, die jeden Tag eine Seite schreiben, aber so funktioniert es bei mir nicht. Ich nehme das Mikrofon in die Hand, höre Demos, und hoffentlich toucht mich etwas so sehr, dass ich einfach singe. Im besten Fall habe ich dann schon dreißig bis vierzig Prozent vom Text. Von lautmalerischen Melodien über Worte, die ich schon länger singen wollte, taste ich mich vor. Manche Songtexte habe ich nie geschrieben, nur gesungen. Wenn das passiert, ist es genial, weil: Dann bist du so nah an der eigentlichen Idee von Performance, von Musizieren und Singen. Den Text kann man danach kontrollieren.“

Wie geht das?
„Ich versuche mein Hirn auszuschalten und auf das Gefühl zu vertrauen, dass ich ein korrekter Typ bin. Das heißt, was aus mir herauskommt, wird schon okay sein. Das ist das Grundvertrauen. Und dann, wenn der Text daliegt, schaue ich ihn an und korrigiere mehr oder weniger.“
aus: „Mach dich lose!“ Florentin Schumacher – Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 17.2.2019

„Schreiben ist für mich ein fundamentales Bedürfnis. Ich habe sehr jung damit angefangen, aber in dem Milieu, in dem ich aufgewachsen bin, war das keine Karriere, die man anstrebte. Es war einfach nur etwas, das ich tat und das mir immense Freude bereitete. Im Laufe der Jahre wurde es zu einer idealen Methode, Ordnung ins Chaos zu bringen. Es gibt einen Anfang und ein Ende, das verschafft mir ein Gefühl von Kontrolle. Und das ist ein ziemlich cooles Gefühl.“

„In Wirklichkeit sind alle meine Bücher die Inkarnation von Gedanken zu einem bestimmten Thema. Dabei ist die Handlung immer zweitrangig. (…) Die Handlung ist ein Mittel zum Zweck … Sie ist das Skelett, an dem ich den Rest befestige. Was mich aber wirklich interessiert ist das Warum, die tieferliegenden Beweggründe.“
aus: Clémentine Goldszal – ELLE 29.9.2017

Eleonor Coppola, Ehefrau des berühmten Paten-Regisseurs Francis Ford Coppola, hat mit 74 Jahren ihren ersten Spielfilm gemacht: „Paris can wait“.

„Als ich 74 Jahre alt wurde, war mir plötzlich klar, dass ich nicht mehr allzu viel Zeit habe, wenn ich mich auch einmal an einem Spielfilm versuchen möchte. Man könnte vermutlich sagen: Es war die Angst, es nie mehr zu tun, die mich dann dazu beflügelt hat.“ Wie sie das Geld dafür beschafft hat, das Drehbuch geschrieben und Regie geführt hat? „Ich habe gelernt. Ich habe ein Seminar für Regie und eins für Schauspiel belegt. Und die kritischen Stimmen in meinem Kopf, die habe ich für eine Weile zum Schweigen verdonnert.“ Die Kritik an dem Roadmovie war geteilt, vielleicht auch, weil die Frau des berühmten Filmemachers einen Traum verwirklicht hat? Eleanor Coppola hat sechs Jahre an dem Filmscipt gearbeitet. Auslöser für das Roadmovie war eine Reise von Cannes nach Paris in Begleitung eines Geschäftspartners. Die Fahrt dauerte länger als geplant und entwickelte sich unerwartet zu einer gastronomischen Reise, die sich im Nachhinein als „Augenöffner“ und „Befreiungserfahrung“ herausstellte.

Christopher Vogler sagt in seiner „Odyssee“: „Wir begeben uns beim Schreiben auf eine Reise in andere Zeiten und an andere Orte. Als Autoren treten wir diese Reisen nicht wie Tagträumer an, sondern wir besitzen die schamanische Fähigkeit, die fremden Welten in uns aufzunehmen, zu bewahren und später in Form von Geschichten an andere weiterzugeben. Unsere Geschichten haben die Heilkraft der schamanischen Geschichten, die Kraft, die Welt zu erneuern, den Menschen Metaphern zu geben, mit denen sie ihr Leben besser verstehen können.“
Christopher Vogler: „Die Odyssee der Drehbuchschreiber, Romanautoren und Dramatiker. Mythologische Grundmuster für Schriftsteller. Hardcover, Leseband, 416 Seiten, 29,99 Euro
Das Buch, das „in den letzten Jahren Furore gemacht hat“.(DIE WELT)
http://www.autorenhaus-verlag.de/odyssee.phtml

„… ist ein langwieriger Prozess, ich brauche sehr lange bis die Personen und Objekte, die durch die Geschichte miteinander verbunden sind, an Kontur und Tiefe gewinnen. Mein Material beziehe ich aus der nichtfiktionalen Wirklichkeit, doch gewinnt der Stoff im Zuge des fiktionalen Schreibens einen exemplarischen Wert – im besten Fall. Meistens bleibt das alltägliche Leben jedoch das, was es nun einmal ist; alltäglich und belanglos.“
aus: René Scheu „Twitter ist ein Tool für Tyrannen“, Neue Zürcher Zeitung 8.11.2017

„Ich könnte nicht sagen, dass mir das Schreiben Freude bereitet. Ich schreibe eher aus dem Bedürfnis heraus, etwas mit anderen Menschen zu teilen. Vertrauen in meine Texte habe ich keine. Meine Zweifel sind ständig da. Immer und immer. … Selbst Lesungen sind für mich ein Albtraum. Besonders, wenn das
Geschriebene noch frisch ist. Dann stehe ich Todesängste aus. Das Schönste, was mir passieren kann, ist, wenn mir jemand sagt, dass ihn meine Texte berühren. Dann weiss ich wieder, weshalb ich schreibe.“
aus: Frank Heer „Wo Geschichten geschrieben werden“ annabelle 3/2019
von Meral Kureyshi erscheint im Mai ihr zweiter Roman „Fünf Jahreszeiten“ im Limmat-Verlag

Claudia Senn hat dem Geschäftsführer des Schweizerischen Buchhändler- und Verlegerverbandes Dani Landolf die brennende Frage aller Autoren gestellt:

Was ist Ihr Rezept für einen Bestseller?

„Habe ich nicht, sonst würde ich selbst einen schreiben. Das Thema im unterhaltsamen Bereich anzusiedeln, wäre sicher nicht verkehrt.
Es muss ans Herz gehen, und
es muss einen Nerv der Zeit treffen.
Vor allem aber sollte sich sich das Buch unbedingt an Frauen richten,
denn die sind es, die die meisten Bücher kaufen. Bestseller ploppen meist aus dem Nichts auf, so wie etwa „Darm mit Charme“, „Harry Potter“ oder „Das Leben der Bäume“.
aus: Claudia Senn „Der Anteil an E-Books stagniert“ annabelle 3/19

Marius Leutenegger fragte den schweizer Schriftsteller in seinem Interview für 1/LESEN 2019:
Wieviel Plan steckt in Ihren Romanen?

„Ich kann einen Roman nicht gezielt konstruieren. Manchmal beneide ich Kollegen, die planmässig vorgehen können, denn ich glaube, das ist viel weniger anstrengend. Ich kann nur vorn anfangen und die Geschichte weiterschreiben. Dabei gelange ich immer wieder in eine Sackgasse, und dann heißt es: Kommando zurück, alles noch einmal. Ich muss immer wieder bereits verfasste Dinge anpassen, weil sich Figuren oder Handlungsstränge verändern. Das ist sicher nicht die beste Art, ein Buch zu schreiben, aber ich kann einfach nicht anders. Immerhin hilft mir die Übung: „Der Stotterer“ ist mein zwölfter Roman, und mittlerweile kann ich die Struktur eines Buchs gut im Kopf behalten.“
aus: Marius Leutenegger „Eine lewinskysche Sprache gibt es nicht“ – Lesen 1/2019
von Charles Lewinsky ist am 20.3.2019 der neue Roman „Der Stotterer“ bei Diogenes erschienen

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