David Albahari: Geschichten mit offenem Schluss

"Meiner Ansicht nach sollte ein Schriftsteller Geschichten so erzählen, dass die Dinge im Fluss bleiben. Es verhält sich ja auch in der Realität so: Wir können nicht zurück zu den Ereignissen wie sie einmal waren. Sie finden nur einmal statt. Die Zeit vergeht, und der Augenblick kommt nicht wieder. Es ist eine Gabe der Literatur aufzuzeigen, wie unser Leben aussehen würde, wenn wir zurückgehen könnten zu den prägenden Momenten. mit dem Wissen, was weiter geschah. Wenn ich schreibe, dann schreibe ich Geschichten mit offenem Anfang und offenem Schluss. Es sollen viele Geschichten in der einen Geschichte mitenthalten sein."

aus: "Das Leben ist grösser als es ein Buch je sein kann"  von Andreas Breitenstein - Neue Zürcher Zeitung 10.5.2008