Olov Enquist: Wie verändert sich unser Verhältnis zur eigenen Erinnerung?

fragt Thomas David den schwedischen Schriftsteller im Gespräch vor dem Erscheinen von Enquists autobiografischem Buch "Ein fremdes Leben".

"Man kann die Erinnerung mit diesen kleinen Karten vergleichen, mit denen Kinder Memory spielen. Man deckt eine Karte auf, sieht, dass darauf zum Beispiel eine Banane abgebildet ist, und muss dann die andere Banane finden. Die Relation zwischen den Karten ist nicht klar, solange sie verdeckt daliegen. Erinnerung ist keine lineare Sache, man entdeckt rückblickend vielmehr ein Stück von ihr und sucht dann nach weiteren Fragmenten."

aus: "Kennen Sie die Wahrheit über sich, Herr Enquist?" von Thomas David - Frankfurter Allgemeine Zeitung 28.2.2009